Hans-Jürgen Schnick

1914 - 1948

Sunday, January 6, 2013

Hans Schnick, mitte

Oben-47


Annemarie, Robert Schnick sen, Hans Schnick, ?, Olga Schnick, Karl Schnick, 1930 ?

Tuesday, September 18, 2012

Hans and Karl Schnick 1934 in Paris

Hans Schnick with the cigarette and Karl Schnick 1934 in Paris where they lived until 1939 (Hans with the cigarette, Karl with hat next to him)

Wednesday, October 20, 2010

In den zerfetzten Gärten meiner Kindheit

Manchmal ist Er ganz nah.
Dann möchte ich schreiend, nackt,
Die Arme flammend aufgereckt,
Den Berg hinan,
Mich ihm entgegenwerfen.
Mich löschen ganz
Im kühlen Sog -
Stürzend entbunden werden jeder Schwere -

Doch ich bleibe nur ein Irrender
In den zerfetzten Gärten meiner Kindheit.

17.1.45

black-ice-units

Monday, November 10, 2008

Auf leeren Straßen

Es ist die Melodie ohne Schlußakkord
Die ewige Frage ohne Antwort
Die mich auf leeren Straßen herumtreibt
Ihre wirren Lettern an fremde Wände schreibt.

Im Hof des schielenden Hotels liegt alles kreuz und quer
Der Zweifel schaut durchs Fenster auf mich her
Ich wohne dort, wo niemand sonst mehr wohnt
Ein Hund heult regnerisches Moll zum Mond

Im überwachen Blut gellt auf die Einsamkeit
Wie Tränen tropft Verlassenheit -
Es ist die Melodie ohne Schlußakkord
Die ewige Frage ohne Antwort - -

28.12.44

Saturday, November 8, 2008

Wednesday, November 5, 2008

Schlobin, 1943 English version by Tom Schnick

First snow is falling
Menace over silent treetops
Alters into mute floating
Wraps corpses in white veils
Impressing a last seal in their mouth
Lord! 
Let me elapse in tearless severity!
Forgive my errantry on wrong trails
And teach me humility!

Hans Schnick 1943, English version by Tom Schnick 2008

Friday, October 24, 2008

Görden, Januar 1945

In memoriam H.... B....

Die Tür sprang auf –
Über die hingemähten Schläfer in den weißen Betten
Glitt SEINE Geste -
segnend zuerst, dann brüderlich.
Nur wenige Wachende ahnten den Ruf
Der taggeborenes Grauen hinab in seine Grenzen zwang.
Nur einer war bereit:
Vollendet, harrte er des niegelebten Fühlens
Das Ende und Bedingung allen Lebens wird.  


ER trat zu ihm                          
und ließ die Falten  
Seines Mantels um ihn fallen.  
So ward es wieder Nacht –


Görden, 7.1.45
Hans Schnick

Wednesday, October 22, 2008

Wie weit muss ich wandern

Unter den Lasten der schweigenden Nacht
Krümmt sich das Stöhnen, ein Wurm -
Der mit weichem Mund an den Gittern nagt
Nach draußen drängt, trotz Schnee im Sturm.
In der zerfasernden Leere des Tages
Schwirrn die Gedanken umher -
Ein jedes Wort wird zum Wagnis
Ich erkenne die Welt nicht mehr.
Wie tief muß ich fallen, um wieder zu steigen ?
Wie heiß muß ich brennen, um neu zu erstehn ?
Wie weit muß ich wandern, um Dich zu sehen ?
Wie laut muß ich rufen in Deinem Schweigen ?

2.1.45

Charles Trenet, a close friend of Hans in the 30s



Charles Trenet, deutsche Wikipedia

Charles Trenet, english Wikipedia

Charles Trenet, Français

Tuesday, October 21, 2008

Ihr Stimmen der Nacht

Es gibt eine Stelle
an die man nicht rühren darf –
Einen Schatten
der sich über die Tiefe spannt –
Wo der Ton schlummert
den man nicht wecken darf
der das Denken zerbricht -
Ach, Ihr Stimmen der Nacht !
Verführt nicht meine Einsamkeit
zu diesem Frevel !
Erst muss ich noch die letzte Bitterkeit
aus einem wunden Herzen pressen –
in ihrem Tropfen
die letzte Hoffnung lösen.
Dann erst werd ich frei. 

19.1.45

Un grand sommeil noir

Un grand sommeil noir
Tombe sur ma vie:
Dormez, tout espoir,
Dormez toute envie !

Je ne vois plus rien,
Je perds la
mémoire
Du mal et du bien. . .
O la triste histoire !

Je suis un berceau
Qu’une main balance
Au creux d’un caveau:
Silence ! Silence !

Hans-Jürgen Schnick, 1944

Hans Schnick: Schlobin 1943


In diesen hellen Nächten

In diesen hellen Nächten

In diesen hellen Nächten bist Du mir nah,
Stehst Du begütigend bei meinen Fiebern.
Wie oft, wie oft ich Dich so sah,
lächelnd, hinter den leis geschlossenen Lidern.
Wenn dann die Sehnsucht geigt,
Wiedererwachtes Verlangen schreit
Biege ich die Stunden zum Ring
Der fest umspannt
Was nicht ertrank –
Was immer wieder in mein Wissen dringt - -
In einer dieser hellen Nächte werd’ ich mich erheben
Die alten Kleider werden von mir fallen
Wie dünngelebte Fesseln, die einst banden
Und werde Deinem Lächeln nach ins Wesenlose gehen.

                                    Hans-Jürgen Schnick, 25.12.44